Digitalisierung in der Logistik: Innovative Container revolutionieren Schifffahrt

Die Containerschifffahrt wandelt sich derzeit stark. Während der Container lange lediglich ein Mittel zum Zweck darstellte und ausschließlich den Transport des Inhalts sowie Schutz vor äußeren Einflüssen gewährleisten musste, ist er heute ein regelrechter Alleskönner. Container werden vernetzt, lassen sich global orten und sind in der Lage auf klimatische Bedingungen zu reagieren. Um nur wenige Beispiele zu nennen. Ein Einblick in die modernen Möglichkeiten.

Moderne Technologien für Transport und Prozessoptimierung

Da Container weltweit unterwegs sind, ist das Interesse von Logistikern und Kunden groß, stets genau kontrollieren zu können, wo diese momentan zu finden sind. Das ist nicht nur in Hinblick auf pünktliche Lieferungen wichtig, sondern auch in Bezug auf das Diebstahlrisiko und potenzielle Schäden durch äußere Einflüsse. Um Sendungen während des Transports lückenlos verfolgen zu können, ist eine zuverlässige Container-Ortung elementar. Hierfür kommen verschiedene Systeme zum Einsatz. Darunter GSM-Ortung und GPS. Besitzer und Kunden haben die Chance Container beziehungsweise Güter exakt zu lokalisieren, egal ob sich diese gerade auf einem Schiff, auf dem Hafengelände oder in einer Lagerhalle befinden.

Dank Bewegungssensoren lässt sich sogar erkennen, wann ein Container nicht bewegt wird. Unterbrechungen der Transportkette, geplante Ruhezeiten und ähnliches sind auf diese Weise festzustellen, was wiederum bei der Kontrolle von Routen und Einhaltung von Lieferzeiten behilflich sein kann. Wann ein Container beispielsweise einen Hafen verlässt oder eine fixierte Zone erreicht, erfahren Kunden auf Wunsch per Kurznachricht oder per E-Mail. Dies ist über webbasierte Anwendungen möglich, mit dessen Hilfe Betriebe den Container-Bewegungsverlauf über Monate dargestellt bekommen. Datum und Zeiten der entsprechenden Positionen werden von Ortungssystemen durchgegeben. Entsprechende Asset-Tracking-Module übertragen derartige Daten und sollten dabei folgende Eigenschaften mit sich bringen:

  • Sie müssen sich selbst mit Energie versorgen, um kontinuierlich Informationen bereitstellen zu können.
  • Diebstahlversuche müssen umgehend vom Modul an den Besitzer gemeldet werden.
  • Die Module müssen durchgehend funktionieren, auch wenn sich das Klima deutlich verändert.
  • Datenpiraterie ist vorzubeugen. Containermodule müssen also entsprechenden Datenschutz gewährleisten und dürfen gespeicherte Daten an Unbefugte keinesfalls preisgeben.

Auch die Übertragung von Informationen über den Zustand von Waren ist inzwischen möglich. Beispielsweise können Container mit der richtigen Ausrüstung Daten zu Temperaturen und Luftfeuchtigkeit übermitteln. Dies spielt vorwiegend beim Transport von Lebensmitteln und ähnlich empfindlichen Gütern eine zentrale Rolle. Mit Hilfe von speziellen Tracking-Modulen und Bluetooth, die mit sensiblen Sensoren ausgerüstet sind, werden die Informationen an Softwareportale übermittelt. Darauf haben wiederum Unternehmen Zugriff und können die Werte, die innerhalb der Container herrschen, nachvollziehen. Zur Bereitstellung der erforderlichen Energie für die Steuerung der klimatischen Bedingungen, sind Module mit Solarpanelen und leistungsstarken sowie extrem robusten Batterien im Einsatz.

Doch nicht jeder Logistiker benötigt derartig aufwändige Module, mit denen entsprechend hohe Investitionen einhergehen. Günstigere Varianten sind bei Spezialisten für Telematik ebenfalls erhältlich. Abgespeckte Lösungen sichern Waren und Container elektronisch und erlauben die zuverlässige Ortung überall auf der Welt. Nicht selten wird auf preiswerte Ortungsboxen zurückgegriffen, die flexibel platzieren werden können.

Um zu gewährleisten, dass sich Bedingungen innerhalb von Containern bedarfsgerecht anpassen und digitale Lösungen vollständig nutzen lassen, braucht es intelligente Container mit ausreichend Modifikationsmöglichkeiten. Logistiker müssen bei der Containerauswahl deshalb sorgfältig prüfen, ob diese den modernen Anforderungen gerecht werden. Im Idealfall ist die individuelle Modifizierung der Großraumbehälter machbar. Standardcontainer, die sich bei Bedarf umrüsten und an die neuen Technologien anpassen lassen, sind unter anderem bei Braun Container erhältlich, einem erfahrenen Hamburger Familienunternehmen.

Digitalisierung zur Koordination von Containern und Schiffen

Die Schifffahrt profitiert zwar bereits von der Digitalisierung, die Entwicklung ist jedoch längst nicht am Ende. Im Gegenteil: Luft nach oben ist reichlich vorhanden. Bislang werden Frachtraten und Buchungen elektronisch übermittelt, Daten zum Güterzustand innerhalb von Containern kontrolliert, Waren geortet und die Vernetzung beteiligter Akteure funktioniert vielerorts reibungslos. Künftig wird der Bedarf an Softwarelösungen markant zunehmen. Informationsströme werden digitalisiert, was die Prozessautomatisierung voranbringen wird. Neben Containern werden aber auch die Schiffe zunehmend mit Sensorik ausgestattet, um Flottenmanagement und Crew mit wichtigen Daten zu versorgen. Big-Data-Technologien und optimierte Satellitennetze tragen dazu bei, dass die Schiffsvernetzung rasant steigt.

Fazit

Die maritime Transportbranche ist im Rahmen der Digitalisierung mit einem massiven Wandel konfrontiert. Schifffahrtsunternehmen müssen sich anpassen und ihr Leistungsspektrum ausbauen. Claus Brandt, Experte bei der Unternehmensberatung PwC erklärt in einem Beitrag zur aktuellen Reederstudie 2017, dass die Digitalisierung Reeder stärker mit den Endkunden verbinden wird: „Beispielsweise wird eine Firma, die Waren von Köln nach Schanghai liefern will, schon bald auf Online-Portalen die Transportkosten vergleichen und passende Logistikdienstleistungen buchen können.“ Zudem wird es künftig unverzichtbar sein, Engpässe für Handel und Produktion, über die genaue Auswertung von Bewegungen beim Rohstofftransport und Güterströmen, vorauszusehen. Derartige Informationen werden in Zukunft noch wichtiger, um die Effizienz der Branche zu maximieren. Insgesamt legen Bewegungs- und Ladungsdaten massiv an Bedeutung zu. Ähnlich, wie es bei Internetkonzernen wie Google längst üblich ist, könnten Schifffahrtsbetriebe schon bald Teile ihrer Erträge durch das Sammeln und Vermarkten von Daten erwirtschaften.

Quelle Titelbild: violetta / pixabay.com

Autor: Artur Jozefiak

Hi, ich bin Artur, 77er Baujahr, kein digital native aber derbe fasziniert von der Onlinewelt und was damit verbunden ist. Blogger, Webentwickler, Familienmensch und immer auf der Suche nach einer Herausforderung. Du findest mich auch bei twitter.